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Joseph Roth: Kolloquium

 

Am 27. Mai 2009 jährt sich unter weltweiter Aufmerksamkeit zum 70. Mal der Tod des österreichischen Schriftstellers Joseph Roth 1939 in Paris. Anlässlich des Jubiläums wird u.a. eine internationale Joseph-Roth-Gesellschaft gegründet, eine neue Joseph-Roth-Biographie auf den Markt gebracht, und zahllose neue Veröffentlichungen und Übersetzungen erblicken das Licht der Welt.

 

Die Fakultät für Übersetzungswissenschaft der Hogeschool Gent nimmt den Jahrestag zum Anlass, um in Zusammenarbeit mit der Universität Gent und der Universität Utrecht am 28. und 29. Mai 2009 in Gent ein Kolloquium über

 

Joseph Roth in den Niederlanden und Flandern.

Rezeption und Übersetzung eines vielseitigen Oeuvres

 

zu veranstalten.

 

Über 75 Jahre nach dem Erscheinen seines Erfolgsromans Radetzkymarsch ist Joseph Roth bei Publikum und Kritik immer noch gleichermaßen beliebt. Stand er zu Lebzeiten noch im Schatten von Zeitgenossen wie Lion Feuchtwanger, Arnold Zweig und Thomas Mann, stellt man ihn heute längst in eine Reihe mit den großen Namen in der Geschichte der deutschsprachigen Literatur.

 

Ab 1933, dem Jahr der Machtübernahme Hitlers, erschienen die Werke von Joseph Roth in deutscher Sprache und in Übersetzung in Verlagen wie Querido und Allert de Lange. Roth hielt sich in dieser Zeit auch regelmäßig in den Niederlanden und Belgien auf, wo er schon vor dem Krieg begeisterte Förderer hatte. Die Qualität, Vielseitigkeit und Streitbarkeit seiner Werke fand gleichermaßen Anerkennung bei Verlegern, Übersetzern, Literaturkritikern und führenden Schriftstellern wie Menno ter Braak und Hendrik Marsman.

 

Nachdem in der Nachkriegszeit immerhin noch gelegentlich Übersetzungen von Werken Roths erschienen waren, nahm das Interesse ab 1980 wieder deutlich zu, so dass man inzwischen von einem regelrechten Roth-Revival sprechen kann. In den letzten zehn Jahren hat der Atlas-Verlag eine Anzahl seiner Werke neu übersetzen lassen und in einer gut ausgestatteten Werkedition auf den Markt gebracht. Als Höhepunkt der Reihe erscheint im Mai 2009 eine Jubiläumsausgabe von Radetzkymarsch in einer überarbeiteten Übersetzung.

 

Im Laufe des zweitägigen Kolloquiums Joseph Roth in den Niederlanden und Flandern. Rezeption und Übersetzung eines vielseitigen Oeuvres beschäftigen sich Spezialisten unterschiedlicher Disziplinen aus Wissenschaft und Verlagswesen mit der Rezeptions- und Übersetzungsgeschichte der Werke Roths im niederländischsprachigen Raum. Am ersten Tag des Kolloquiums geht es zunächst darum, das Werk Roths in die allgemeine Exilproblematik der dreißiger Jahre einzuordnen; anschließend wird die Rolle der einzelnen Akteure im Rezeptionsvorgang näher beleuchtet. Der zweite Tag des Kolloquiums hat dann das Übersetzen der Werke Roths zum Thema, wobei sowohl Übersetzungswissenschaftler als auch die Übersetzer selbst zu Wort kommen.

 

Beim Literarischen Abend Joseph Roth. Hommage an einen europäischen Autor am 28. Mai 2009 (20 Uhr) im Theatersaal Vooruit in Gent werden Benno Barnard, Ian Buruma, Michael Hofmann und Geert Mak Joseph Roth eine Huldigung darbringen. In einem vielseitigen Programm lassen sie das Publikum in Wort, Bild und Ton an ihrer Liebe zum Meister teilhaben.